Broschüre "Gezieltes Humusmanagement in Niederösterreichs Böden"

Die neue Broschüre „Gezieltes Humusmanagement in Niederösterreichs Böden“ als Startschuss zu umfassenderem Humusaufbau durch Bauern in NÖ

Im Rahmen des gleichnamigen, vom Niederösterreichischen Landschaftsfonds geförderten Projektes wurde aktuell von Bio Forschung Austria die Broschüre „Gezieltes Humusmanagement in Niederösterreichs Böden – Leitfaden und Best Practise Beispiele, ausgearbeitet mit 81 Praxisbetrieben“ fertiggestellt und kann mit nachfolgendem link heruntergeladen werden.

Dafür wurden zunächst von Univ. Prof. Walter Wenzel und seiner Arbeitsgruppe Kohlenstoffdefizitkarten mit Bodentyp-spezifischen Auswertungen erarbeitet, die eine gezielte Humusanreicherung in humusbedürftigen Regionen unterstützen. So wurden das Weinviertel, das Tullnerfeld und das zentrale Alpenvorland als die Regionen mit den höchsten Kohlenstoffsättigungsdefiziten und der größten Notwendigkeit zu einem umfassenden flächigen Humusaufbau ermittelt.

Für diese Regionen mit rund 300.000 ha Ackerflächen wurden die Ergebnisse der unter maßgeblicher freiwilliger Mitarbeit von 81 Praxisbetrieben erstellten gesamtbetrieblichen Humusbilanzierungen zu einer Ist-Zustands-Übersicht zusammengefasst.

Diese Übersichten zeigen, dass in diesen Regionen mit der derzeitigen Bewirtschaftung auf beinahe der Hälfte der Ackerflächen noch immer mit einem negativen Humus-Trend zu rechnen ist.

Die Humusbilanzierung erlaubt es, auf der Basis der vergangenen Bewirtschaftung den Humus-Trend auf Ackerflächen abzuschätzen. Mit dieser Methode kann man auch die Auswirkungen einer geplanten Bewirtschaftungsänderung abschätzen und z.B. verschiedene Möglichkeiten zur Erhaltung bzw. Mehrung des Bodenhumusgehaltes rechnerisch austesten.

Im Rahmen von Humusbilanzseminaren und den Erhebungen beim Betrieb selbst wurden den 81 LandwirtInnen Vorschläge für Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Humusbilanz und zur Erhöhung des Bodenhumusgehaltes auf ihren Ackerflächen gemacht. Diese Maßnahmen wurden mit den Landwirten und Landwirtinnen ausdiskutiert und von ihnen auf ihre Machbarkeit geprüft.

Auf dieser Basis der mit den LandwirtInnen ausdiskutierten und von ihnen überprüften Verbesserungsmaßnahmen wurden regionsspezifische Maßnahmenvorschläge für diese Regionen zusammengestellt. Und für jeden der 81 Betriebe in den Regionen Weinviertel, Tullnerfeld und zentrales Alpenvorland liegen Optimierungsvarianten für die Humuswirtschaft vor, für die gemeinsam mit den Betriebsleitern die für den Betrieb machbaren Optimierungsschritte herausgefiltert wurden. Diese zeigen, wie hoch das Optimierungspotential realistischerweise ist.

20 Best-Practice-Beispiele von Betrieben und ihren Optimierungsmaßnahmen runden die Broschüre ab und sollten genügend und umfassend Anregungen für alle geben, die Boden bewirtschaften!

Die Humusbilanzierung für einen landwirtschaftlichen Betrieb kann sehr einfach mit Hilfe des von Bio Forschung Austria erstellten Humusbilanz-Berechnungsprogramms durchgeführt werden. Dazu braucht es eine entsprechende Einschulung zum Thema Humus und zur richtigen Handhabung des Programms. Termine von Humusbilanzseminaren finden Sie unter www.bioforschung.at.

Im Voraus sollte aber jeder interessierte Betrieb die Broschüre „Gezieltes Humusmanagement in Niederösterreichs Böden“ über den link herunterladen, damit der Startschuss zu einem möglichst umfassenden Humusaufbau durch Bauern in Niederösterreich erfolgen kann.

Download der Broschüre >> hier

Potentialanalyse Bodendaten von Niederösterreich im Zusammenhang mit EU Bodendaten

In Österreich existieren eine Reihe von Bodeninformationen, jede verfügbare Quelle an Bodeninformation wird natürlich mit verschiedenen Zielsetzungen geschaffen. Dementsprechend liegen alle Daten, abgesehen vom Dateninhalt, in unterschiedlicher Genauigkeit, sowie unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Auflösung vor. Ein wesentliches Problem stellt dabei die fehlende zeitliche und räumliche Wiederholung von praktisch allen verfügbaren Datensätzen dar. Langfristige Wiederholung von Datenerhebungen im Bereich der Bodeninformation haben insbesondere eine große Bedeutung, da unser Boden ein dynamisches System darstellt, das nur langsam auf Veränderungen reagiert.

An 3 Beispielen wurde die Bedeutung des Bodenschutzes und die vielfältigen Ansätze dazu herausgearbeitet. Dabei wurden sowohl unterschiedliche räumliche Skalen (national – regional – lokal) betrachtet, als auch verschiedene Aktivitätsräume (technisch – institutionell).

Eine nationale Betrachtung von Bodengefährdungen kann nicht umhin, auch europaweite Initiativen zu betrachten. Hervorzuheben ist hier das Projekt Lucas (Land use/cover area frame survey), das 20.000 Messpunkte in Europa umfasst, davon 420 Probepunkte in Österreich. Dabei wird eine Beprobung der Oberböden (0 – 20 cm) vorgenommen. Natürlich ist auch dieses System mit Problemen behaftet, die wesentlichen Herausforderungen dabei sind die alleinige Beprobung der obersten 20 cm des Bodenprofils und die geringe Dichte der Probenahme. Auf der Habenseite des Lucas Projektes steht die regelmäßige Beprobung der Probepunkte im Abstand von 3 – 6 Jahren.

Die Ergebnisse zeigen, dass bei Anwendung von Lucas Datensätzen mit einem beträchtlichen Qualitätsverlust in der Aussage über Größen und regionale Differenzen des Bodenabtrags gerechnet werden muss.

Ein weiterer Aspekt der Potentialanalyse von Bodendaten betrifft den institutionellen Hintergrund von Bodenschutzaktivitäten in Niederösterreich. Hier wurde am Beispiel der Agrarbezirksbehörde dargestellt, welche Fördermöglichkeiten und Zielgruppen von dieser Einrichtung angesprochen wird.

Der lokale Aspekt des Bodenschutzes wurde am Beispiel des hydrologischen Einzugsgebietes HOAL Petzenkirchen behandelt. Im HOAL Petzenkirchen wird seit 1945 der Verlust an Boden quantitativ ermittelt. Ein Vergleich der gewässerbezogenen Bodenverluste (= Sediment), für die Zeiträume 1945-1954 und 2002-2017 zeigte, dass die Sedimentkonzentrationen im Vorfluter des HOAL Petzenkirchen enorm gestiegen waren. Die Änderung der Regenerosivität im Einzugsgebiet ist zwar in den letzten zwei Dekaden deutlich angestiegen, dies geschah aber erst nach einer deutlichen Abnahme der Erosivität während der 60-er und 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dies bedeutet, dass klimatische Einflüsse keinen wesentlichen Beitrag zum Anstieg der Bodenverluste gleistet haben.

Wesentliche Beiträge zur Erhöhung des Austragsrisikos erfolgten einerseits durch die Änderung der Feldfruchtzusammensetzung, hin zum verstärkten Anbau von Feldfrüchten mit erhöhter Erosionsgefahr. Andererseits - und hier schließt sich der Kreis zum institutionellen Bodenschutz durch die ABB – war ein ganz wesentlicher Treiber für den erhöhten Bodenverlust in das Gewässer die naturräumliche Ausstattung im Einzugsgebiet, also das Vorhandensein oder Fehlen kleiner und vieler Schläge, z. B. mit Randbegrenzungen.

>> PDF Bericht Potentialanalyse Bodendaten - November 2021

Bild 1 - Potentialanalyse Bodendaten von NÖ im Zusammenhang mit EU Bodendaten Bild 2 - Potentialanalyse Bodendaten von NÖ im Zusammenhang mit EU Bodendaten

 

 

 

 

 

 

Fotos: ©BAW Petzenkirchen, Hydrologisches Einzugsgebiet HOAL – Hydrological Open Air Laboratory Petzenkirchen

Kohlenstoff in Niederösterreichs Böden - neuer Artikel im Journal GEODERMA

Boden- und Landnutzungsfaktoren steuern den Zustand und die Akkumulation von organischem Kohlenstoff in landwirtschaftlich genutzten Böden in Niederösterreich

Walter W. Wenzel, Olivier Duboc, Alireza Golestanifard, Christian Holzinger, ... Anna Schiefer
Article 115595

Weitere Informationen im Journal GEODERMA erschienenen Artikels unter:
https://authors.elsevier.com/sd/article/S0016-7061(21)00675-3

>> Artikel als pdf

Projekt AustroPOPs zeigt Situation zu Organischen Schadstoffen in Böden Österreichs

Sie kommen überall vor, können über weite Strecken transportiert werden und sich in der Nahrungskette anreichern: organische Schadstoffe belasten die Umwelt und gelangen über verschiedene Eintragspfade auch in unsere Böden.
Im Projekt AustroPOPs wurden gemeinsam von Bund und Ländern wesentliche Grundlagen für die einheitliche Überwachung von organischen Schadstoffen in Böden geschaffen.

Der Abschlussbericht des Bund-Bundesländer-Projektes ist nun online verfügbar.
Information zum Projekt, zum Bericht: AustroPOPs (bodeninfo.net)

Bodenmonitoring in Niederösterreich

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Bodenzustandsinventur

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde in NÖ erstmals eine Bodenzustandsinventur zur Erfassung von allgemeinen Bodenparametern an insgesamt rund 1450 Standorten durchgeführt. Da ausgehend von der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur bei den meisten in der BZI erfassten Bodeneigenschaften davon auszugehen ist, dass Veränderungen nur graduell über lange Zeiträume erfolgen und damit statistisch abgesichert werden können, wurde eine Wiederbeprobung für größere Zeitintervalle vorgesehen. Diese wurde nunmehr nach 30 Jahren mit Beginn 2020 gestartet. Derzeit werden Oberbodenproben an 300 Standorte im pannonischen Raum (Tschernosemgebiet) wieder beprobt, und auf die Kennwerte organischer Kohlenstoff, Stickstoff sowie ausgewählte Metalle und Metalloide untersucht. Die Auswertung eröffnet die Möglichkeit, Veränderungen in den untersuchten Kennwerten in den letzten 30 Jahren zu erkennen.

Wiederholung der Beprobung von Standorten der Bodenkartierung in Niederösterreich

Im Zeitraum 2016-2019 wurden >600 Profilstellen der Österreichischen Bodenkartierung in NÖ wieder beprobt. Dabei wurden Oberbodenproben unter Acker- und Grünlandstandorten, für welche noch Archivproben der Erstbeprobung verfügbar sind, entnommen. Die Untersuchungen umfassen Bodenazidität (pH-Wert), Carbonat, organischen Kohlenstoff- und Stickstoff, sowie potentiell pflanzenverfügbare Nährstoffe (Phosphor, Kalium und Silizium).

Kartierung und Modellierung der Kohlenstoffsättigungspotentiale und -defizite

Auf Basis der BZI NÖ wurden mittels Modellrechnungen aus der Kornfraktion <20 µm (Ton, Fein- und Grobschluff) die Sättigungspotentiale abgeleitet und GIS-basiert für ganz NÖ mit Hilfe eines Landschaftsmodells in hoher Auflösung interpoliert. Weiterhin wurden die Sättigungsdefizite aus der Differenz zu den 1990 erhobenen Gehalten an organischem Kohlenstoff errechnet und ebenfalls mittels eines Landschaftsmodells in eine hoch aufgelöste Karte umgesetzt.

Bodendauerbeobachtung und Monitoring von organischen Schadstoffen in NÖ Böden

In den zentralen Siedlungs- und Wirtschaftsräumen Schwechat und Tullner Feld wurden seit Ende der 1990er Jahre insgesamt >50 Bodendauerbeobachtungsflächen nach dem Konzept von Blum et al. (1996) angelegt und zum Teil mehrfach beprobt. Die gemessenen Kennwerte umfassen neben pH-Werten, organischem Kohlenstoff und Carbonat anorganische (Schwermetalle und Metalloide, Fluor) und organische (PAK, Dioxine und Furane, BTEX, PCB) Schadstoffe. Im Rahmen des Projekts Austro-PoPs wurde ein Teil der Flächen im Jahr 2019 wieder beprobt.

Nährstoffdynamik in Böden Niederösterreichischer Agrarlandschaften

Karte mit Neubeprobungen

Gefördert durch den Niederösterreichischen Landschaftsfonds (LAFO)

Christian Holzinger, B.Sc.1,
Walter Wenzel, Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn.1

 1 Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Bodenforschung, Konrad Lorenz-Straße 24, A-3430 Tulln an der Donau

 

Der derzeitige Zustand der untersuchten Ackerflächen ist für den organischen Kohlenstoff als gut einzustufen. Nur 5% liegen in der niedrigsten Klasse. Ähnliches gilt für das C/N-Verhältnis, nur 9% weisen ein leicht zu weites Verhältnis auf. Der pH-Wert teilt sich in 24% im sauren -, 22% im neutralen und 54% im alkalischen Bereich auf. Die Phosphorverfügbarkeit zeigt für nahezu 50% der Standorte eine Unterversorgung auf, während 32% ausreichend versorgt sind, und 20% überversorgt. Die Kaliumverfügbarkeit liegt zu 38% im niedrigen Bereich, ausreichend versorgt sind 33% und die restlichen 29% liegen in den höheren Bereichen. Für die verfügbare Siliziumfraktion zeigt sich je nach angenommenem Grenzwert ein differenziertes Bild. Während nur 12% unter 20 mg/kg (Zuckerrohr) liegen, befinden sich 60% unter 43 mg/kg (Reis).

Für den derzeitigen Zustand der untersuchten Grünlandstandorten befinden sich nur der organische Kohlenstoff und das C/N-Verhältnis in einem guten Bereich. Der Großteil (69%) der Standorte weist eine saure Bodenreaktion auf. Der Anteil von 26% im stark sauren Bereich ist hoch. Für das pflanzenverfügbare Phosphor zeigt sich eine niedrige Versorgung. 91% sind unterversorgt, 5% ausreichend versorgt und 4% liegen in dem hohen und sehr hohen Bereich. Die Kaliumverfügbarkeit liegt zu 48% im unterversorgten Bereich, ausreichend versorgt gelten 26%, und 26% sind als überversorgt einzustufen. Die Verfügbarkeit von Silizium zeigt sich in einem schlechten Bild (bei den unterstellten Grenzwerten liegen 60% < 20 mg/kg und 98% < 43 mg/kg).

Die Untersuchung zu möglichen zeitlichen Veränderungen der Bodenkennwert im Ackerbau konnte nur für das CN-Verhältnis eine signifikante Änderung feststellen. Der verfügbare Phosphor hat sich leicht (nicht signifikant) verringert. Dabei hat sich die Anzahl in den untersten Gehaltsklassen A und B erhöht, der Anteil der ausreichend versorgte Klasse C blieb stabil und die überversorgten Klassen D und E nahmen ab. Der organische Kohlenstoffgehalt zeigt eine nicht signifikante Erhöhung des Median, von 20,5 auf 22,9 g/kg.

Im Grünland fand eine signifikante Erhöhung der Bodenkennwerte organischer Kohlenstoff, Gesamtstickstoff, CN-Verhältnis und eine sehr starke Erhöhung des verfügbaren Kaliums (Median fast vervierfacht) statt. Der pH, und die amorphe Siliziumfraktion nahmen signifikant ab. Der verfügbare Phosphor nahm leicht (nicht signifikant) zu. Für die potentiell-verfügbare Siliziumfraktion zeigt sich keine Änderungen.

Bei der Betrachtung von zeitlichen Änderungen in geografischen Räumen konnten die ermittelten Werte für Ackerland und des Hauptproduktionsgebietes „Nordöstliches Flach- und Hügelland" (HPG 8) und der Kleinproduktionsgebiete „Wiener Boden" und „Baden-Gumpoldskirchener Gebiet" (KPG 809 - 810) gut mit der der ÖPUL-Evaluierung (AGES, 2010) verglichen werden.

Im Kleinproduktionsgebieten „Wiener Boden" und „Baden-Gumpoldskirchener Gebiet" blieben die pH-Werte weitgehend stabil im Karbonat-Pufferbereich. Der organische Kohlenstoffgehalt hat sich etwas erhöht (Median 34,2 zu 39,5 g/kg), wobei die Zunahme statistisch nicht abgesichert werden konnte. Die Gesamtstickstoffgehalte blieben annähernd konstant (3,1 bzw. 3,4). Der Anteil der Gehaltsklassen von pflanzenverfügbarem Phosphor nahm in den niedrigen - und ausreichend versorgten Bereich ab. Für die Kaliumverfügbarkeit zeigt sich eine Abnahme in den unterversorgten Klassen (A und B) und eine leichte Zunahme in der ausreichend versorgten Klasse C, sowie in den höheren Klassen (D und E). Die Siliziumfraktionen zeigen keine signifikanten zeitlichen Veränderungen. Im Hauptproduktionsgebiet „Nordöstliches Flach- und Hügelland" kam es zu einer relevanten, statistisch derzeit noch knapp nicht abgesicherten Zunahme der Medianwerte des organischen Kohlenstoffgehalts um 15%.

Die ermittelten Werte für das Hauptproduktionsgebiet „Voralpen" (HPG 2) lagen weit unter den Werten der ÖPUL-Evaluierung. Ein Grund könnte die hohe Anzahl von Böden mit hydromorphen Merkmalen bei der erneuten Beprobung der landwirtschaftlichen Bodenkartierung sein. Der Wasser- und damit auch verbunden Lufthaushalt haben eine immense Bedeutung für die biogeochemischen Bodenreaktionen. Wenn keine relativ homogene Verteilung von wichtigen Bodencharakteristika, oder auch Bodentypen (in Österreich nach genetischen Merkmalen) besteht, kann auch dies zu nicht vergleichbaren Bodendaten führen. Gerade dem Wasserhaushalt (und Lufthaushalt) ist diesbezüglich eine wichtige Rolle zuzuschreiben.

Der pH-Wert zeigt eine signifikante Abnahme (Median von 5,9 auf 5,4). Der organische Kohlenstoff (Median von 37,6 auf 54,6 g/kg) und Gesamtstickstoff (Median von 4,1 auf 5,5 g/kg) haben sich signifikant erhöht. Das C/N-Verhältnis hat sich signifikant verbessert, und liegt nun in einem besseren Bereich. Die Phosphorverfügbarkeit hat sich nicht verbessert, und der Großteil der Böden liegt im unterversorgten Bereich (94%).  Das potentiell-pflanzenverfügbare Kalium zeigt eine stark signifikante Erhöhung (Median von 21,8 auf 84,6 mg/kg)., die Verteilung in den Gehaltsklassen hat sich verbessert. Für die Siliziumverfügbarkeit zeigt sich keine signifikante Änderung (Median von 14,9 auf 15,6 mg/kg). Die amorphe Siliziumfraktion zeigt eine signifikante Abnahme (Median von 2290 auf 1980 mg/kg).

Die Zunahme der organischen Kohlenstoffgehalte in beiden Landnutzungsformen (Ackerland und Grünland) ist positiv zu bewerten. Die Zunahme im Ackerland ist im Einklang mit Ergebnissen der AGES (2015).  Es sei darauf verwiesen, dass es sich insbesondere bei den Daten zum organischen Kohlenstoff um vorläufige Auswertungen handelt, da zurzeit nur ein Teil der Analysedaten vorliegt.

Download Detailbericht

 

Karte mit Neubeprobungen in NÖ

Die Karte zeigt die Standorte des Basisprogramms der Bodenmonitoringaktivitäten des Landes Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bodenforschung der BOKU am Standort Tulln (UFT). Ausgehend vom Probenahmenetz der NÖ Bodenzustandsinventur (BZI - graue Quadrate) wurden 2020 zunächst zahlreiche Standorte im pannonischen Raum erneut beprobt, um zeitliche Veränderungen von Bodeneigenschaften festzustellen. Darüber hinaus wurden etwa 600 Bodenprofil-Standorte der Österreichischen Bodenkartierung in den Jahre 2016-2020 erneut beprobt, um das Messnetz weiter zu verdichten. Sowohl für die BZI als auch für die gezeigten Standorte der Bodenkartierung werden im Auftrag des Landes NÖ am BOKU-Standort Tulln (UFT) Archivproben vorgehalten und zum Vergleich mit den neu entnommenen Proben analysiert.

Das aktuelle Analysenprogramm zielt auf die Erhebung des aktuellen Bodenzustands und dessen Veränderungen während der letzten Jahrzehnte hinsichtlich wichtiger Kennwerte wie organischer Kohlenstoff (Humus), Säuregrad de Bodens (pH-Wert), Carbonatgehalt, sowie von verfügbaren Nähr- (Stickstoff, Phosphor, Kalium, SIlizium) und potentiellen Schadstoffen (Arsen, Schwermetalle) ab. 

Das hier gezeigte Messnetz wird durch Bodendauerbeobachtungsflächen (v.a. in zentralen Siedlungsräumen wie den Bezirken Tulln und Schwechat) und weitere Untersuchungen an ausgewählten Standorten (organische Schadstoffe; Monitoring von Bodenschutzanlagen, Vernetzung mit europäischen Monitoringprogrammen wie LUCAS etc.) ergänzt. Damit erfolgt im Sinne des NÖ Bodenschutzgesetzes ein möglichst umfassendes Bodenmonitoring unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Projekt Löss-Paläobodenkarte Niederösterreichs

Bild Lössprofil Stranzendorf

Niederösterreichischen Böden auf Lösssubstrat haben einen hohen Schluffanteil und sind, wenn auch erosionsanfällig, besonders gut für den Weinbau geeignet.

In Lössablagerungen werden immer wieder bedeutende archäologische Funde getätigt, zudem geben sie wichtige klimatologisch oder umwelthistorische Informationen preis.

 

Abbildung: Das LPS Stranzendorf mit einem mächtigen "tropischen" Paläoboden


Paläoböden sind dagegen aus bodenbildenden Prozessen in den Warmzeiten entstanden und enthalten für die Wissenschaft immanent wichtige Informationen über Standort und Umweltbedingungen.

In Niederösterreich finden sich einige der weltweit bedeutsamsten Löss-Paläoboden-Sequenzen (LPS). In diesen Profilen sind quartärgeologische Informationen dauerhaft gespeichert, wodurch sich Aussagen über die historische Landschaftsentwicklung Niederösterreichs - und weiterführend für Zentral-Europa - machen lassen.

Eine Vielzahl an Anfragen in- und ausländischer Forscher bezüglich dieser „Festplatten der Natur" bestätigen das Interesse und die internationale Bedeutung dieser niederösterreichischen Typus Lokalitäten. In vielen Fällen handelt es sich dabei um die Profile von Willendorf, Stranzendorf (siehe Abbildung), Krems und Stillfried.
Allen diesen Standorten ist gemein, dass diese sowohl auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene immer wieder im Zentrum neuester wissenschaftlicher Publikationen stehen.

Im gegenständlichen Projekt der Niederösterreichischen Landesregierung soll die Verbreitung der verschiedenen Lösstypen Niederösterreichs und deren inkludierte Paläoböden in einer digitalen Karte dargestellt werden. Die Daten werden in einem Geoinformationssystem gespeichert und sollen für verschiedene Verwendungen adaptiert und können laufend ergänzt werden.

 

Ass.-Prof. Mag. Dr. Robert Peticzka

Althanstraße 14 (UZA II)
1090 Wien
Room: 2A391

T: +43-1-4277-48670
M: +43-664-60277-48670
robert.peticzka@univie.ac.at

Mag. Regina Fleischanderl

Universitätsstraße 7 (NIG)
1010 Wien

fleiscr4@univie.ac.at

Institut für Geographie und Regionalforschung

https://geographie.univie.ac.at/
https://geographie.univie.ac.at/arbeitsgruppen/geooekologie/

Übersichtskarte der Bodentypen für Niederösterreich erstellt

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Im Auftrag der Fachabteilung Landentwicklung der NÖ Agrarbezirksbehörde wurde von Walter Wenzel vom Institut für Bodenforschung der BOKU Wien, von Rosemarie Hösl und Peter Strauss vom Bundesamt für Wasserwirtschaft gemeinsam mit M. Englisch, E. Herzberger und R. Reiter vom Bundesamt für Wald unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden eine flächendeckende Bodenkartierung auf Basis der detaillierten Informationen der Österreichischen Bodenkartierung für das Bundesland Niederösterreich erstellt.


Auf Basis der neuen Bodenkarte können in Niederösterreich fünf Bodenregionen unterschieden werden, welche weiter in insgesamt 21 Bodenkleinregionen gegliedert sind (siehe Bild).


Die erstellte Karte im Maßstab 1:900.000 ist als wesentliche Grundlage für weitere wissenschaftliche Arbeiten sowie für die vertiefte Interpretation von Bodenzustandserhebungen gedacht. Nicht zuletzt kann die neue Bodenkarte für die bessere Information der Öffentlichkeit und das Erwecken von Bodenbewusstsein im Rahmen der schulischen Ausbildung oder für Ausstellungen verwendet werden.

Download: Erläuterungen zur NÖ Bodenkarte (pdf)

Download: Printversion der NÖ Bodenkarte (jpeg)

Download: Printversion der NÖ Bodenkarte A3 (pdf)

Hydrologische Bodenkenndaten

„Hydrologische Bodenkennwerte, wie die hydraulische Leitfähigkeit (Fähigkeit des Bodens Wasser in die Tiefe zu leiten), das Gesamtporenvolumen (Luftraum innerhalb des Bodenkörpers) oder die nutzbare Feldkapazität (Wasserspeichervermögen des Bodens) stellen eine wichtige Datenbasis für Anwendungen in der hydrologischen Praxis dar. Zahlreiche Modelle zur Vorhersage von Hochwasserereignissen basieren auf diesen Kenngrößen. In der ersten Phase des Projektes HYDROBOD-NÖ konnten solche Kennwerte flächendeckend für das gesamte Bundesland Niederösterreich erstellt werden. Seit Abschluss der ersten Phase von HYDROBOD (2011) konnten weitere Landesteile von Niederösterreich durch die landwirtschaftliche Bodenkartierung erhoben werden. Diese neuen Grundlagen wurden nun in die bestehende Datenbasis eingearbeitet, was zu einer deutlichen Verbesserung der Datenqualität in den neu kartierten Gebieten führte.

 

Datenpakete zum Download:

  • Berichte aus beiden Projektphasen - Download Hydrologische Bodenkenndaten Niederösterreich - HYDROBOD NÖ II, zweite Projektphase
  • Download Hydrologische Bodenkenndaten der Böden Niederösterreichs (HydroBodNÖ)
  • Download Hydrologische Bodenkenndaten der Böden Niederösterreichs (HydroBodNÖ) Kurzfassung


Download Karten Hydrobod II (zip-Datei): Karten im jpg-Format (A2) für die Parameter: Bodenspeicher, Gesamtporenvolumen, speicherwirksame Bodenmächtigkeit, Topoindex

Download Karten Hydrobod I (zip-Datei): Karten im jpg-Format (A2) für Dominante Abflussprozesse mit (mv) und ohne (ov) Verschlämmung für Starkregenereignisse unterschiedlicher Dauer (15 min, 60 min, 12 h) T=100 Jahre

Download Rasterdaten Hydrobod II Metadaten: ods-Datei in Tabellenform mit Beschreibungen und Metadaten der einzelnen Rasterdatensätze

Download Rasterdaten Hydrobod II (zip-Datei): Rasterdaten im GRID-Format zum Darstellen in GIS-Anwendungen (z.B. ArcGIS) inklusive Metadaten-Tabelle"

 

Download hier:

http://www.noe.gv.at/noe/OGD_Detailseite.html?id=203fbf07-9da2-40d2-bc7f-328dae43dafc 


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